Moderner Trailschuh mit Fokus auf Komfort und Grip.
VORTEILE
- Sehr hoher Komfort durch den gut gepolsterten Innenschuh
- Gute Mischung aus Flexibilität und Stabilität im Aufbau
- Angenehme Dämpfung mit spürbarer Rückfederung
- Sehr guter Grip auf unterschiedlichen Untergründen
- Moderne Optik, ohne übertrieben auffällig zu sein
- Gutes Preis-Leistungsverhältnis
NACHTEILE
- Nicht optimal für extrem lange Distanzen
- Schnürsenkel etwas wenig flexibel
BEWERTUNG
Testprodukt: Mammut Aenergy Trail All Mountain Low
Produktgröße: 41 1/3

Optik: Der Mammut Aenergy Trail All Mountain Low ist sowohl als Herren- als auch als Damenmodell erhältlich und wird in mehreren Farbvarianten angeboten, darunter Black, Moonbeam Savannah, White-Black sowie Alpine Calmint-White (nur Damen). Mein eigenes Modell ist in der Farbkombination Nebla-Mammut Red.




Auf den ersten Blick wirkt der Schuh durch die hellblaue Grundfarbe des Oberschuhs eher ruhig und zurückhaltend. Bei genauerem Hinsehen schafft das Meshmaterial jedoch eine moderne Optik. Besonders die rote Gestaltung im hinteren Schuhbereich bewirkt dabei einen deutlichen Kontrast zum Blau und verleiht dem Schuh einen auffälligen Akzent, ohne dabei übertrieben oder billig zu wirken. Insgesamt macht der Schuh auf mich dadurch einen sehr hochwertigen Eindruck.

Auch die schwarzen Elemente – wie die Schnürsenkel, die Zunge und die verstärkten Bereiche der Schnürung – fügen sich gut ins Design ein. Sie bilden wie der weiße Sohlenbereich einen zusätzlichen Kontrast, fügen sich aber gleichzeitig gut ins Gesamtkonzept des Produktes ein. Dies gilt auch für die Außensohle, die zwar dezent gehalten ist, optisch aber perfekt zum restlichen Aufbau passt.

Schön finde ich auch die kleinen Elemente, die das Design abrunden – vor allem die beiden Mammut-Logos: eines an der Außenseite des Fersenbereiches und ein kleines auf der Zunge.



Insgesamt wirkt der Schuh modern, aber auch funktional. Man merkt meines Erachtens, dass hier sowohl auf Auffälligkeit als auch auf Funktionalität geachtet wurde – was an der schlichten, schwarzen Gestaltung der Außensohle deutlich wird.

Obermaterial: Besonders genial finde ich den Aufbau des Obermaterials, weil der Schuh im Prinzip wie ein „Schuh im Schuh“ aufgebaut ist. Außen setzt Mammut laut eigener Aussage auf ein leichtes Polyestergestrick, das atmungsaktiv und gleichzeitig ziemlich robust sein soll.


Dazu kommt ein stabiler TPU-Rand, der vom Zehenbereich an der Seite entlang bis in den Fersenbereich verläuft. Dadurch ist der Schuh oben herum schön flexibel und passt sich dem Fuß echt gut an, schützt untenrum aber trotzdem ordentlich vor Steinen, Ästen oder anderen Dingen, gegen die der Fuß bei den Trailläufen stößt.



Richtig begeistert hat mich aber vor allem der Innenschuh, weil ich die Konstruktion echt ziemlich innovativ finde. Sowohl der Innenschuh als auch die Zunge sind laut Mammut thermogeformt, wodurch auf viele Nähte verzichtet werden kann.


Besonders cool finde ich, dass diese Struktur auch im vorderen Bereich genutzt wird, wo außen das Meshmaterial sitzt. Trotz des Innenschuhs bleibt der Schuh hier angenehm belüftet, weil Feuchtigkeit über kleine Lüftungsschlitze gut nach außen transportiert werden kann.


Auch die Imprägnierung des Außenschuhs hat bei mir einen echt guten Eindruck hinterlassen. Selbst an regnerischen Tagen bleiben die Füße überraschend lange trocken, ohne dass der Schuh dadurch zu warm oder wenig atmungsaktiv wirkt.
Schnürung: Hier verwendet Mammut wie viele Hersteller im Trailbereich eine Schnürung mit 12 Ösen. Auf eine zusätzliche Einfädelmöglichkeit an der Lasche, wie sie von anderen Produkten bekannt ist, verzichtet der Hersteller komplett. Ich habe alle 12 Ösen genutzt, wobei das jeweils unterste und oberste Ösenpaar als klassisches Loch ausgeführt ist und die mittleren vier eher als Schlaufen gestaltet sind. Dadurch lässt sich der Druck meiner Meinung nach ziemlich gut und gleichmäßig über den Spann verteilen, was sich beim Tragen echt angenehm anfühlt.

Die Schnürsenkel selbst sind, wie bei vielen Trailschuhen, flach, im Vergleich zu anderen Modellen zum Beispiel von Brooks oder ASICS aber deutlich weniger elastisch. Das ist an sich aber nichts Negatives, weil die dick gepolsterte Zunge diese fehlende Flexibilität gut ausgleicht. Dadurch wirkt der ganze Bereich stabil, ohne dass sich der Fuß unangenehm anfühlt – der Schuh sitzt fest am Fuß, drückt aber überhaupt nicht.
Sohle: Wie bei vielen Herstellern im Trailbereich setzt auch Mammut hier auf eigene Entwicklungen mit eigenen Bezeichnungen.
Die Zwischensohle mit dem Namen Core PLUS ist dabei so aufgebaut, dass sie eine gute Mischung aus Dämpfung, Reaktionsfreudigkeit und Stoßabsorption bietet. Genau diese Eigenschaften kann ich der Sohle auch so bestätigen. Beim Laufen werden Stöße wirklich gut abgefangen, ohne dass man das Gefühl hat, der Schuh würde den Laufimpuls ausbremsen. Gleichzeitig bleibt ein sehr direkter Bodenkontakt erhalten, was gerade bei schnelleren, flachen Passagen richtig angenehm ist. Dazu kommt eine spürbare Rückfederung, die den Lauf insgesamt dynamisch wirken lässt.


Die Außensohle wirkt auf den ersten Blick eher schlicht und ohne viel Schnickschnack, aber genau das macht sie am Ende vielleicht so gut. Sie bietet sowohl bergauf als auch bergab sehr zuverlässigen Grip auf unterschiedlichsten Untergründen. Durch den relativ großen Abstand zwischen den Stollen setzen sich diese kaum mit Schmutz zu, sodass man auch bei wechselnden Bedingungen oder schnellen Richtungswechseln keine Probleme hat. Insgesamt fühlt sich die Sohle sehr verlässlich an, und das Gummi wirkt robust und langlebig. Durch die Ausrichtung der Stollen nach vorne im vorderen Bereich und nach hinten im hinteren Bereich hat man zusätzlich guten Halt beim Bergauf- und Bergablaufen.

Passend dazu ist auch die Innensohle sehr bequem gestaltet. Sie liegt stabil im Schuh, verrutscht nicht und lässt sich bei Bedarf einfach herausnehmen, was ich praktisch zum Lüften oder Reinigen finde. Außerdem ist sie so aufgebaut, dass sie die Rückfederung der Zwischensohle unterstützt. Schon beim Anziehen entsteht dadurch ein angenehmes Gefühl unter dem Fuß, das sich auch auf längeren Läufen durchzieht und den Komfort des gesamten Innenschuhs gut abrundet.

Praxiseinsatz und Alltag: Ich habe den Mammut Aenergy Trail All Mountain Low bei Läufen unterschiedlicher Länge bis ungefähr 20 Kilometer getestet – sowohl auf der Straße als auch auf Trail-Abschnitten und bei verschiedenen Intensitäten. Dadurch würde ich sagen, dass der Schuh meiner Meinung nach weniger für richtig schnelle Einheiten oder extrem lange Distanzen gemacht ist.
Viel eher sehe ich ihn bei Leuten, die gelegentlich Trails laufen, gerne zwischen Straße und Gelände wechseln oder generell mit dem Trailrunning anfangen möchten. Genau dafür bietet der Schuh meiner Meinung nach eine richtig gute Mischung aus Komfort, Stabilität und Flexibilität. Vor allem das angenehme Laufgefühl macht echt Spaß und sorgt dafür, dass man auch auf verschiedenen Untergründen gerne unterwegs ist. Gleichzeitig eignet sich der Schuh aber auch super für kürzere Wanderungen oder längere Spaziergänge, weil er selbst nach mehreren Stunden noch angenehm zu tragen ist.

Fazit: Der Mammut Aenergy Trail All Mountain Low hat bei mir vor allem dadurch einen positiven Eindruck hinterlassen, dass er sich insgesamt einfach sehr rund anfühlt. Besonders der Aufbau mit dem Innenschuh, die bequeme Passform und die gelungene Mischung aus Stabilität und Flexibilität haben mir richtig gut gefallen.
Aber auch die griffige Außensohle, auf die man sich bergauf wie bergab verlassen kann, und der angenehme Sitz am Fuß finde ich wirklich sehr gelungen. Dazu wirkt das Design sehr sportlich, ohne übertrieben auffällig zu sein – was mir persönlich besonders gefällt. Insgesamt ist Mammut hier ein wirklich vielseitiger und angenehm zu tragender Trailschuh gelungen, den ich auch aufgrund seines vergleichsweise fairen Anschaffungspreises absolut empfehlen kann.

